Neuer Glanz für Rokoko-Perle

Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Kirchensanierung in Meßbach mit 60.000 Euro


Foto: Tamara Kühner



„Das ist mit das Schönste, was ich in diesem Jahr gesehen habe“, schwärmt Lotto-Bezirksdirektor Christoph Grüber, während sein Blick im prachtvollen Innern der katholischen Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit in Meßbach umherschweift. Um die Pracht der Rokoko-Kirche aus dem Jahr 1776 zu erhalten, haben er und Gisela Lasartzyk von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) einen Scheck über 60 000 Euro im Gepäck. „Ich spiele ja auch selbst bei der Glücksspirale, damit fühle ich mich als kleiner Mäzen der Kirche“, scherzt Grüber. Mit dem Geld soll die Sanierung der Dachkonstruktion, die für 2017 geplant ist, unterstützt werden.
Die Kirche thront im Kern des Dörzbacher Teilorts Meßbach, unweit des Schlosses. Die Wand- und Deckengemälde stammen von Matthäus Günther – „einer der bedeutendsten süddeutschen Rokoko-Künstler überhaupt“, erklärt Architekt Robert Vix aus Niederstetten, der die Instandsetzung des Kircheninneren betreut. Leider seien die Gemälde teils stark verschmutzt, teils mit Schädlingen befallen. Letzteres trifft auch auf die Deckenkonstruktion zu, und müsse behoben werden.
Schon vor rund fünf Jahren habe es erste Gespräche mit Architekt Vix gegeben, erklärt Dekan Ingo Kuhbach. „Ich bin froh, dass es nun möglich wird“, sagt er bei der offiziellen Scheckübergabe durch die DSD. Auch wenn die Kirche etwas abseits liege, sei sie doch im Kopf der Menschen. Das zeige sich unter anderem an den zahlreichen Hochzeitspaaren, die die Kirche anfragen. Zudem fänden immer wieder Konzerte und Führungen statt. Zuletzt hat Kuhbach sogar den Bischof durch die Kirche geführt. „Er kennt das jetzt, das ist wichtig“, betont er.
Der Leitspruch der Stiftung „Damit Vergangenheit Zukunft hat“ trifft die Situation der Meßbacher Kirche genau. Denn ohne Zuwendungen wie die Stiftungsmittel sähe die Zukunft dieser Rokoko-Perle alles andere als glänzend aus. Es habe auch eine Absage gegeben: Beim Sonderprogramm des Bundes, bei dem die Sanierung von national bedeutsamen Denkmälern in ganz Deutschland gefördert wird. Geschlagen gibt man sich in Meßbach aber noch nicht. „Sollte es eine Neuauflage des Programms geben, werden wir nochmal einen Antrag stellen“, so Vix. Außerdem hoffen die Verantwortlichen noch auf Mittel aus dem Ausgleichsstock.
Ein weiteres kostspieliges Projekt steht auch schon vor der Tür. „Die Orgel braucht eine Grundreinigung und muss gestimmt werden“, erzählt Ingo Kuhbach. Das rund 100-jährige Instrument wurde zuletzt in den 60er Jahren renoviert.

(Tamara Kühner, Hohenloher Zeitung, 18.10.2016, ,  www.stimme.de)