Viel Lust auf Kontakt zu Menschen

Clemens Martin Mayer übernimmt die Leitung der katholischen Erwachsenenbildung im Hohenlohekreis


Foto: Barbara Griesinger



Das barocke Treppenhaus des Klosters Schöntal, weckt Clemens Martin Mayer, heimatliche Gefühle. Wie sein Heimatort Wiblingen ist auch sein neuer Arbeitsplatz vom Barock geprägt.

Gut sieben Wochen ist Clemens Martin Mayer als neuer Leiter der katholischen Erwachsenbildung Hohenlohekreis im Amt. Aber er fühlt sich im Kloster Schöntal schon fast zu Hause. Dank der Barockoffensive von Abt Knittel aus dem Jahr 1703. Denn der Barock liegt dem gebürtigen Oberschwaben, der in Wiblingen aufgewachsen ist, sozusagen im Blut.

In die Erwachsenenbildung will er noch hineinwachsen. Denn Schöntal ist die erste berufliche Station des 29-jährigen Diplomtheologen, in diesem Bereich. Ganz einfach sei es für ihn nicht, hier die Führungsposition zu übernehmen, sagt er lachend. Denn „die Mitarbeiter sind schon länger hier in der Erwachsenenbildung als ich auf der Welt bin. Davor habe ich schon Respekt.“ Dafür hat der Teamplayer aus dem Oberschwäbischen aber auch einen erfahrenen Mitarbeiterstab um sich, der ihm bei der Einarbeitung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Allen voran Elisabeth Baur, die noch bis 2020 auf einer halben Stelle mit an Bord der Erwachsenenbildung in Schöntal bleibt.

Sie ist damals mit 27 Jahren als Geschäftsführerin des Bildungshauses nach Kloster Schöntal gekommen. Clemens Martin Mayer weiß deshalb die Unterstützung durch sein eingespieltes Team sehr zu schätzen. „Ich bin hier ganz gut reingekommen“, resümiert er die ersten sieben Wochen in Schöntal, in denen er an der neuen Programmzeitschrift mitgearbeitet hat. Auch das Management-Traineeprogramm, das er bei der IHK absolvierte, habe sich dabei als hilfreich erwiesen.

Bislang hat der Diplomtheologe, der an der Universität Tübingen studiert hat, als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Projekt über den Rottenburger Bischof Johannes Baptista Sproll sowie an der Universität Münster unter Leitung des Kirchenhistorikers Hubert Wolf an einem Projekt über Papst Pius XII. mitgearbeitet. Die Forschungsarbeit über den umstrittenen Papst, der sowohl zum Holocaust, wie zu Nationasozialismus und Faschismus geschwiegen hat, hat Mayer durchaus fasziniert. Gefehlt hat ihm in diesen drei Jahren indes „der Kontakt zu Menschen“. Den wird er jetzt in der Erwachsenenbildung zu Hauf bekommen, und darauf freut er sich. Zu den Themen, die ihm da besonders am Herzen liegen, gehört die Männerarbeit und Angebote für die Familienphase. „Es gibt wenig Angebote für Menschen zwischen 20 und 40.“ Aber ob diese Klientel dafür überhaupt Zeit und Muße habe, müsse man erst noch abklären. Auf jeden Fall sollen es Angebote sein, die „ein Mehr für Geist, Leib und Seele bringen“ sollen.

Ein „ganz besonderer Anspruch“ leite sich für die Erwachsenenbildung in Schöntal indes aus der engen Verbindung mit dem Bildungshaus her. Zu einem wissenschaftlichen Zentrum will Clemens Martin Mayer die Erwachsenenbildung nicht wandeln. Vielmehr schwebt ihm die Erwachsenenbildung als Gesprächsforum vor, in dem sich die Menschen auch mit Fragen auseinandersetzen können, die zwar mit ihrer Lebenswirklichkeit zu tun haben, aber „die sie sich sonst nicht stellen und die das Bewusstsein schärfen, um Extreme zu erkennen“.

Vorstellen könnte er sich etwa einen interreligiösen Dialog zwischen Christen, Juden und Muslimen. „Ich hoffe, dass ich mich da nach und nach einbringen und Akzente setzen kann“, wünscht er sich und denkt dabei an einen Ausbau der Schöntaler Gespräche.

(Barbara Griesinger, Hohenloher Zeitung, 25.11.16,  www.stimme.de)