Betend handeln

Hohenloherinnen bereiten mit viel Herzblut und Aufwand den Ökumenischen Weltgebetstag vor


Foto: Aileen Hornung



„Steht auf für Gerechtigkeit“ – unter diesem Motto steht der Weltgebetstag am 2. März, der in jedem Jahr von einem anderen Land und in diesem Jahr von Frauen aus Malaysia vorbereitet wird. Der südostasiatische Staat könnte mit seinen vielen Reizen ein Traumland sein, wären da nicht die Schattenseiten: Gewalt, Korruption, Menschenrechtsverletzungen. Die Frauen aus Malaysia, alle Mitglieder unterschiedlicher christlicher Kirchen, wollen am 2. März Christen auf der ganzen Welt aufrufen: Steht auf für Gerechtigkeit.
In den kommenden Wochen bereiten sich die Kirchengemeinden rund um Künzelsau auf den Weltgebetstag vor und gestalten ihn in ökumenischen Teams mit den Ideen der Malaysierinnen. Beim Vorbereitungstreffen der Kirchengemeinden im evangelischen Johannes-Gemeindehaus wurden vier Schwerpunkte thematisiert: „Warmwerden“ mit dem Land, „Einmischen bei Gott“ der unzufriedenen malaysischen Frauen, die „Beharrlichkeit“ dieser Frauen, die mit aller Kraft für Gerechtigkeit kämpfen möchten, und letztlich das „Weitergehen“, was durch Lieder und Tanz ausgedrückt wird.
Zu Beginn der kleinen Landeskunde wird schnell deutlich, dass Malaysia etwas Besonderes ist: Der asiatische Staat steht für zwischenreligiöse Toleranz und die Eintracht unter den Religionen. Gudrun Bürklein, die den Weltgebetstag seit 20 Jahren mitorganisiert, schätzt eben diese Religionsvielfalt, dass sich die vier Weltreligionen dort treffen und ein harmonisches Miteinander bewerkstelligen. „Davon können wir etwas lernen und durch den Weltgebetstag vielleicht offener werden“, so Bürklein.
Malaysia wird heute ganzheitlich erlebt. Man feiere zusammen einen Gottesdienst mit allen Sinnen – mit Düften, Tanz und Gesang, so Renate Bertsch-Gut, eine der Organisatorinnen. Neben dem Interesse für das jeweilige Land stehen noch andere Aspekte im Vordergrund.
„Das Schöne ist, dass der Weltgebetstag von allen Menschen auf der Welt und zur gleichen Zeit gefeiert wird“, findet Ursula Bock. Für die Christen sei es wichtig, an diesem einen Tag „diese eine Stimme“ zu hören. Ihre Aufgabe: „Informiert beten und betend handeln“, so Bock. Hier könnten sich die Menschen auch in ihrem Umfeld umsehen und sich fragen: Was von dem, was angesprochen wird, ist in meiner eigenen Gesellschaft wichtig?“

(Aileen Hornung, Hohenloher Zeitung, 31.1.2012,  www.stimme.de)