Auf der Suche nach Weltfairänderung

Georg-Wagner-Schule startet Projektwoche zum Thema Nachhaltigkeit




 

Der Appell ist eindeutig. Mit dem Ruf „Werde Weltfairänderer!“ sollen Schüler dazu angeregt werden, bewusster mit ihrer Umwelt umzugehen. Dieses Projekt des Bundes der katholischen Jugend der Diözese Rottenburg-Stuttgart kommt jetzt in die Georg-Wagner-Schule nach Künzelsau.

Vom kommenden Montag an bis Donnerstag geht es in der eigens im Schulhof am Kocher aufgebauten Zeltstadt auch um Stromsparen im Haushalt, faire Milch und Kleidung, Papierschöpfen, Bienen und Wald-erkundung. Daneben werden erlebnispädagogische Übungen, Spiele und Lieder angeboten.

„Als ich von der Aktion gehört habe, habe ich gleich gedacht, das ist was für uns“, sagt Marion Jünger. Die Religionslehrerin an der Grundschule mit Werkreal- und Realschule und Dekanatsbeauftragte Schulpastoral im Dekanat Hohenlohe rannte im Lehrerkollegium offene Türen ein. „Die gesamte Lehrerschaft hat die Umsetzung des Projekts einstimmig beschlossen, und das passt auch sehr gut zu uns“, betont Konrektor Rainer Süßmann.

Unterstützung kommt auch vom katholischen Dekanat Hohenlohe. „Die Schüler sollen erkennen, dass es auf ihr Handeln ankommt und dass sie etwas verändern können“, bekräftigt Dekanatsjugendreferent Matthias Reeken.

Dass Künzelsau ein gutes Pflaster für das Projekt ist, zeigt das Prädikat Fairtrade Town, das die Stadt seit dem Jahr 2015 trägt. Auch ein Weltladen ist in der Stadt seit Jahren präsent. Beides spiegelt sich im Programm der Projektwoche wider. Der Weltladen stellt sich an allen drei Tagen vor, im Zeltcafé auf dem Schulhof gibt es grundsätzlich fair gehandelte Produkte. Damit haben die Georg-Wagner-Schüler Erfahrung. „Wir haben bereits im Vorfeld in der großen Pause einen öffentlichen Verkauf von Eine-Welt-Waren organisiert. Dieser soll im neuen Schuljahr weitergeführt werden“, betont Marion Jünger.

Nach den unterschiedlichen Workshops zum Thema Nachhaltigkeit am Vormittag soll mit den am Nachmittag angebotenen Programmpunkten ein breiteres Publikum angesprochen werden. „Wir freuen uns, wenn dann auch Eltern und Geschwister zu uns kommen“, sagt Matthias Reeken. Zu zwei Veranstaltungen am Abend ist die ganze Bevölkerung eingeladen. Am Dienstag, 18. Juli, wird im Prestige-Filmstudio ab 18 Uhr der Film: „Auf dem Weg zur Schule“ gezeigt, ein Streifen über die gefährlichsten Schulwege der Welt. Einen Tag später spricht ab 18 Uhr im Gebäude am Kocher eine der Pioniere der Weltläden – Gabi Ludwig aus Backnang – über faire Kleidung

„Wir wollen aber nicht als Moralapostel mit erhobenem Zeigefinger auftreten, sondern die Kinder sollen sich selbst überlegen, was sie möglich machen können und verändern wollen“, betont Dominik Nawratil, der das Projekt von Seiten der Diözese betreut.

Und was bleibt nach der großen Abschlussveranstaltung mit Gottesdiensten für die verschiedenen Alterstufen am kommenden Donnerstag ab 14 Uhr? „Ich bin sicher, dass die Schüler einige konkrete Ideen mit in die Ferien nehmen“, betont Rainer Süßmann. Außerdem denkt die Georg-Wagner-Schule darüber nach, im nächsten Jahr einen Fairtrade-Tag zu organisieren. Der soll dann gemeinsam mit der Stadt veranstaltet werden.

 

Redakteur Thomas Zimmermann, Hohenloher Zeitung ( www.stimme.de), 13.07.2017