Rund 2000 Pfeifen überprüft

Orgel in katholischer Kirche St. Joseph renoviert – Einweihung am 21. Oktober


Foto: Nina Piorr



Das ist ein schönes, krasses Projekt. Ich freue mich riesig“, verkündet Patrick Gläser. Er steht auf der Orgelempore in der katholischen Kirche St. Joseph und schaut zu, wie Klaus Grüble, Orgelbaumeister aus Kerpen, am Spieltisch des Kircheninstrumentes hantiert. „Er macht das mit viel Liebe und Sachverstand“, lobt Organist Gläser. Anders als noch im Mai diesen Jahres ist der Spieltisch näher an das Geländer der Empore gerückt sowie um 180 Grad gedreht. So kann der Kantor vom Orgelspieltisch aus zugleich einen Chor dirigieren und muss nicht mehr direkt unter den mitunter lauten Orgelpfeifen sitzen. Das ist einer der Vorteile, den die Orgelbaumaßnahme mit sich bringt. Bis 21. Oktober soll sie abgeschlossen sein.

Nachdem die 1984 von der Orgelbaufirma Weise in Platting erbaute Orgel bereits 2001 gereinigt und nachintoniert wurde, hat sich der Kirchengemeinderat nun zu einer größeren Baumaßnahme entschlossen. Nach der Innenrenovierung der Kirche im Jahr 2012 war eine weitere Ausreinigung notwendig geworden. Zudem standen Reparaturen an den Bälgen an, sprich an den Luftbehältern zur Zuführung des nötigen Spielwindes, und ebenso eine erneute Nachintonation: „Hierbei wird der Zusammenklang der Register untereinander und miteinander überprüft“, erklärt Gläser. Jede einzelne der knapp 2000 Orgelpfeifen werde angeschaut. Dank dieser Maßnahme klinge die Orgel nun grundtöniger und bauchiger, findet Grüble.

Als komplett neu entpuppt sich der Spieltisch, den der Orgelbaumeister eigens konstruiert hat. „Die Mechanik beim alten Spieltisch war ziemlich schwer zu bedienen“, erklärt Gläser, sodass er sich deswegen schon 2007 an den Kirchengemeinderat der katholischen Kirche gewandt hat.

Zehn Jahre später ist es nun soweit und mittlerweile wurde schon einiges gespart, sodass die Finanzierung der Orgelbaumaßnahme mit Kosten von rund 120 000 Euro keine Schwierigkeiten bereitet.

„Alles muss schön leicht laufen“, erläutert Grüble und deutet auf die hölzernen Abstrakten, die die Tasten mit den Pfeifenventilen verbinden. „Damit fast keine Reibung mehr entsteht, habe ich Fadenpendel eingebaut“, erklärt er stolz. Gläser begeistert ferner die Modernisierung, die der neue Spieltisch mit sich bringt. Sei es eine dimmbare Pedalbeleuchtung oder aber die Möglichkeit, verschiedene Registereinstellungen einzuspeichern. Darüber hinaus gestattet künftig eine eingebaute Registerfessel größere spontane Wechsel bei der Registerwahl. „Das benötigt man besonders beim Improvisieren“, weiß Gläser. Und so freut er sich sehr, auf der neuen alten Orgel seine pfiffige Konzertreihe „Orgel rockt“ Anfang November mit Tour vier fortzusetzen.

(Nina Piorr, Hohenloher Zeitung, 13.10.17,  www.stimme.de)